Die Geschichte unserer Kirche und Pfarrgemeindealt

Anfang der 50er Jahre erreichte ein großer Zustrom von Heimatvertriebenen Nersingen und seine Umgebung.
Dadurch wurden die Kirchen in Oberfahlheim und Leibi, sowie St. Nikolaus in Nersingen endgültig zu klein.
Deshalb wurde am 6.1.1954 unter Pfarrer Adolf Kretschmer (Oberfahlheim) ein Kirchenbau-Verein gegründet, um die nötigen Gelder für einen Neubau zu besorgen.
Problemlos erhielt man die Genehmigung des Bischofs. Auch ein Bauplatz konnte schnell erworben werden.
So wurde schon im Juli mit dem Bau begonnen, am 24.9.1955 war feierliche Grundsteinlegung, vollzogen durch Bischof Dr. J. Freundorfer in Anwesenheit von 2000 Gläubigen und schon im November wurde Richtfest gefeiert.
Genau ein Jahr später, am 24.11.1956, fand die Weihe statt. Patron unserer Kirche wurde der Heilige Ulrich.

Am 2.2. 1958 wurde Nersingen zu einer selbstständigen Seelsorgestelle unter Pfarrer Rupert Ritzer.

Doch die Ausstattung der neuen Kirche ließ noch manche Wünsche offen. So musste sich die Pfarrgemeinde noch mit dem Klang nur einer Glocke zufrieden geben. Erst im Dezember 1958 erhielt die Kirche 5 neue Glocken.
Nach weiteren 2 Jahren, am 13.11.1960, erklang zum ersten Mal die neue Orgel.

1965 wurde über dem Hauptportal der Kirche die St. Ulrich-Statue in Muschelkalk von Josef Konzal gehauen, der Entwurf stammt von Sepp Mastaller.

An der Altarwand wurde 1966 von dem Kunstmaler Matthias Kronwitter ein überdimensionales Kunstwerk von 10 x 15 Meter in Fresco- und Sgrafitto-Technik ausgeführt.alt
Es stellt den Allherscher Christos-Kyrios dar, der aus unendlicher Ferne in die Welt von heute hereinbricht.
Die einzelnen Regionen seiner Herrlichkeit sind: Feuer, Wasser, Luft, Erde und Tierwelt.
Der Mensch im Jahrhundert der Technik, des überheblichen Fortschrittsglaubens ist dargestellt als Arbeiterfamilie, als Forscher in der Gelehrtenstube und als Techniker im Weltraum (aus der Chronik von Nersingen von Dr. Daniel Drašcek).

Am Weihnachtsfest 1970 konnten sich die Gläubigen endlich an einer geheizten Kirche erfreuen.
3 Jahre später war ein weiterer großer Schritt geschafft: Im März 1973 wurde unter Pfarrer Alfons Klaus der katholische Kindergarten St. Ulrich eingeweiht.

Ab dem Jahre 1980, die Kirche war damals über 20 Jahre alt, standen bereits erste Renovierungen außen, wie auch im Innenraum an.

Nach Pfarrer Klaus übernahm Pfarrer Josef Gomm die Pfarrei St. Ulrich und führte sie bis 1999.

Als ein wichtiger Baustein für die katholische Pfarrgemeinde wurde unter Pfarrer Gomm das katholische Pfarrheim St. Ulrich gebaut, um für öffentliche Veranstaltungen, z.B. auch für Erwachsenenbildung etc. entsprechende Räume zur Verfügung zu haben.

Mit berücksichtigt wurden dabei Räume für die Jugendarbeit, für die sich besonders Frau Renate Heggmaier einsetzte, die in dieser Zeit als Gemeindereferentin in Nersingen war.
Das Pfarrheim wurde und wird auch noch vom "Nersinger Altenclub" für seine Treffen genutzt, dessen Vorsitzender über lange Zeit auch Herr Pfarrer Gomm war.
Auch das inzwischen schon traditionelle "Fasteneintopf-Essen" am Misereor-Sonntag und die Pfarrgemeinde-Nachmittage finden jeweils im Pfarrheim statt.
Die Räume des Pfarrheims können auch für private Feiern gemietet werden, z.B.für Geburtstage etc. [Link Pfarrheim-Vermietung].

Als nächste Baumaßnahme zeichnete sich ab, dass das gleichzeitig mit der Kirche gebaute Pfarrhaus wegen seiner feuchten Mauern und noch ohne Zentralheizung nicht mehr zumutbar war.
Da im Pfarrhaus auch das Pfarrbüro war und bereits erkennbar war, dass die Pfarrgemeinden Nersingen, Oberfahlheim und Straß zu einer Pfarreiengemeinschaft zusammen geführt werden sollten, gingen die Überlegungen zur Erstellung eines zeitgemäßen Neubaus.
In dieser Zeit der Planungs- und Neubauphase ergab sich auch, dass Pfarrer Josef Gomm in seiner Heimat bei Kempten eine Pfarrstelle übernehmen konnte und damit Nersingen verließ.

Am 1.9.1999 übernahm Herr Pfarrer Georg Leonhard Bühler die Pfarrei St. Ulrich Nersingen und konnte nach Fertigstellung des Pfarrhaus-Neubaus im Frühjahr 2000 in das neue Pfarrhaus einziehen.

Nach 30-jährigem Betrieb wurde auch der Kindergarten in 2003 einer Generalsanierung unterzogen. Hierbei wurde auch eine räumliche Umgestaltung durchgeführt, die für die Kinder die Erhaltung der großzügigen Raumaufteilung gewährleistete und zusätzliche Platznutzungsmöglichkeiten brachte.
Besonderer Wert wurde hierbei auch auf die Tageslichtnutzung, sowie eine von den Farben her kinderfreundliche Ausgestaltung – auch mit besonders Kinder- und Umwelt-freundlichen Materialien gelegt.
Mit neu gestaltet wurde auch der Außenbereich.
Für alle Beteiligten besonders erfreulich war die kurze Realisierungszeit von Anfang der Oster- bis Ende der Herbstferien (ein Teil der Kinder war in der Schule untergebracht),sowie, dass der zunächst vorgesehene Kostenrahmen erheblich unterschritten werden konnte, nicht zuletzt dank der Eigeninitiative des Kindergartenpersonals und der Mithilfe von Kindergarten-Eltern.

2003: Ganz im Geiste der Ökumene gab es ein großes Glockenheimkehrfest, bei dem eine aus der ursprünglich katholischen Nikolaus-Kirche stammende alte Glocke wieder an die heute evangelische Kirchengemeinde zurück gegeben wurde (siehe Glockenheimkehr).

Die Pfarreiengemeinschaft (auch 2003) St. Ulrich Nersingen (mit Filialkirche St. Leonhard Leibi), St. Dyonisius Oberfahlheim (mit Dreifaltigkeitskapelle Unterfahlheim) und St. Johann Baptist Straß wurde gegründet.
Mit der Zusammenlegung und Betreuung durch nur 1 Pfarrer (und einer Gemeindereferentin) wurde erforderlich, dass eine neue Gottesdienstordnung gesucht wurde, die so wohl die Ansprüche der Gottesdienstbesucher wie auch die Möglichkeiten des Pfarrers berücksichtigt.

Als Kompromisslösung wurde ein "rollierendes" System eingeführt, nach dem die Sonntagsmessen im Wechsel jeweils
Samstag 17.30 Uhr,
Sonntag 8.30 Uhr und
Sonntag 10.00 Uhr
in den 3 Gemeinden abgehalten werden.
An Feiertagen wird die "Samstag-Abend-Messe" auf Sonntag Abend gelegt.
Bitte beachten Sie hierzu den Gottesdienstanzeiger.

Am 12. Feb. 2005 wurde das CAJ-Kreuz vom Katholikentag 2004 in Ulm am Südgiebel der Nersinger Kirche angebracht (siehe Text und Foto).

Im Jahr 2006 haben wir das 50-jähriges Weihejubiläum der Nersinger Kirche gefeiert.

Seit über 25 Jahren wird regelmäßig zum St.-Ulrichs-Patrozinium (04. Juli) das Pfarrfest gefeiert, das sich als gemütliches Sommerfest etabliert hat und von allen Schichten der Gemeinde gut angenommen wird. Nach dem Festgottesdienst am Vormittag trifft man sich zum gemeinsamen Mittagessen, das über den Nachmittags-Kaffee mit leckeren selbstgebackenen Kuchen bis zum Abendvesper übergeht. Ergänzt wird der Nachmittag jeweils mit verschiedenen Aktionen für Kinder und Jugendliche und auch für die Erwachsenen. Ab Nachmittag spielt auch jeweils der Nersinger Musikverein zur Unterhaltung auf, bis das Fest am Abend gemütlich ausklingt.